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Grundwehrdienst beim Bundesheer

Grundwehrdienst BundesheerZum Grundwehrdienst einberufen werden können alle männlichen österreichischen Staatsbürger ab 18 und unter 35 Jahren, welche tauglich sind. Über die Tauglichkeit entscheidet eine Stellungskommission im Stellungsverfahren, darüber gibt es dann einen Beschluss. Für Frauen ist der Einstieg beim Heer freiwillig. Wenn du als Soldatin beim Heer arbeiten möchtest, kontaktierst du einen Wehrdienstberater und gibst deine freiwillige Meldung ab. Dann heißt es sportlich fit werden oder bleiben, und die Eignungsprüfung bestehen… Die Dauer des Grundwehrdienstes beträgt 6 Monate.

 

Grundwehrdienst und Arbeitsverhältnis

Sobald du einen Einberufungsbefehl erhalten hast, musst du auf jeden Fall deinen Arbeitgeber darüber informieren. Solltest du Arbeitslosengeld vom AMS beziehen, musst du es auch diesem Amt mitteilen.

Wenn du dich während deinem Grundwehrdienst als Zeitsoldat oder als Soldat bei der UNO verpflichtest, musst du auch dieses ehestmöglich deinem Arbeitgeber mitteilen.Ist der Grundwehrdienst beendet, so hast du innerhalb von 6 Tagen wieder an deinem Arbeitsplatz zu erscheinen. Wenn dir das aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, informiere umgehend deinen Arbeitgeber, da das Fernbleiben sonst einen Entlassungsgrund darstellt. Wenn du alles ordnungsgemäß mitgeteilt hast, so darf dich dein Arbeitgeber erst einen Monat, nachdem du den Grundwehrdienst beendet hast, entlassen, ohne dass das Arbeitsgericht involviert werden muss.

Wenn du deinen Arbeitgeber rechtzeitig über deine Einberufung in Kenntnis gesetzt hast, darf er dich nur mit gerichtlicher Genehmigung kündigen oder entlassen. Dafür müssen dann triftige Gründe vorliegen, wie der Konkurs des Betriebes, wenn du arbeitsunfähig wirst, oder mit der Kündigung einverstanden bist. Auf der Homepage des Bundesheeres kannst du dich noch genau darüber informieren, wie es mit der Anrechnung des Wehrdienstes als Dienstzeit, Urlaub und Sonderzahlungen aussieht: http://grundwehrdienst.bundesheer.at/Soziales_Arbeitsplatz-145.

 

Welche Sozialleistungen erwarten einen Grundwehrdiener?

Dein Monatsverdienst als Grundwehrdiener beträgt 307,46. Wie die sonstigen Verdienstmöglichkeiten beim Bundesheer aussehen, erfährst du einem separaten Artikel von uns. Fahrtkosten zwischen Dienstort und Heimat werden dir künftig ersetzt, du erhältst die ÖBB-Card für das Bundesheer und bekommst auch die Fahrt mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln ersetzt. Bei der Anfahrt mit dem eigenen PKW bekommst du jenen Betrag ersetzt, den dich die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekostet hätte. Verpflegung und Unterkunft in der Kaserne ist gratis, ebenso Ausrüstung und Uniform. Wenn du dienstfrei hast, bekommst du die Verpflegungskosten ausbezahlt (es handelt sich dabei um einen Tagessatz von € 4,-).

Wenn du für einen Ehepartner, bzw. eingetragenen Partner aufkommen musst, erhältst du vom Bundesheer 50 % deines letzten Einkommens (die Mindestgrenze beträgt € 573,36, die Höchstgrenze € 2.604,01. Pro Kind erhältst du 10 % deines letzten Einkommens (mindestens € 124,67, maximal € 520,80). Nähere Infos zum Thema Beihilfen und Familie findest du hier: http://grundwehrdienst.bundesheer.at/Soziales_Kinder_Familie-141.

Solltest du während des Grundwehrdienstes krank werden, wirst du von Ärzten des Bundesheeres betreut. Die Krankenversicherung für bei dir mitversicherte Personen zahlt währenddessen das Bundesheer. Du musst während des Grundwehrdienstes keine Beiträge an die Krankenkassa zahlen. Dasselbe gilt für die gesetzliche Unfallversicherung, außer du hast einen landwirtschaftlichen Betrieb oder bist Gewerbetreibender, denn die Betriebe bleiben ja auch während deiner Dienstzeit beim Bundesheer bestehen. Hast du in dieser Zeit einen Unfall, bekommst du deine Leistungen entsprechend dem Heeresversorgungsgesetz. Während des Grundwehrdienstes bist du pensionsversichert, auch wenn du es vorher noch nicht warst.

 

Was passiert mit der eigenen Wohnung während des Grundwehrdienstes?

Damit du die Wohnung behalten kannst, in der du zum Zeitpunkt der Einberufung gewohnt hast, erhältst du Wohnkostenbeihilfe. Auch wenn du eine Wohnung vor der Zustellung der Einberufung erworben hast, gebührt dir diese Beihilfe, auch wenn du erst nach dem Grundwehrdienst dort einziehst. Keine Beihilfe erhältst du, wenn du bei deinen Eltern oder deinem Lebenspartner wohnst. Einen Antrag für Wohnkostenbeihilfe und Familienbeihilfe erhältst du zusammen mit deiner Einberufung zugestellt. Sende einfach die Anträge retour, die für dich in Frage kommen, und fülle die Formulare aus, die dir daraufhin zugesandt werden, und lege alle erforderlichen Unterlagen bei. Anschließend entscheidet das Heerespersonalamt über die Höhe der Leistungen, die du zu erhalten hast, und du bekommst einen Bescheid zugestellt.

 

Was nehme ich mit in die Kaserne?

Zivilkleidung, eigene Sportschuhe und Schlafgewand werden auf jeden Fall geraten. Außerdem sollten die wichtigsten Dinge des persönlichen Bedarfs wie Zahnbürste, Rasierzeug, Badeschlappen und Waschzeug eingepackt werden. Laptops, Tablets oder Handys sind nach Dienstschluss erlaubt. Das Mitbringen von einem kleinen Fernseher oder Radio ist meistens erlaubt, aber nicht unbedingt notwendig, da es in den Freizeiträumen beides gibt. Haustiere und private Waffen sind in der Kaserne definitiv verboten und dürfen nicht mitgebracht werden. Nicht gern gesehen sind außerdem größere Mengen an Alkohol, sperrige Gegenstände und größere Geldbeträge, sowie Wertsachen. Der Konsum von Alkohol ist grundsätzlich erlaubt, sofern du am nächsten Tag auch diensttauglich erscheinst. Das Rauchen ist auf den Kasernenhöfen durchwegs erlaubt. Drogenkonsum ist verboten und wird auch am Einrückungstag mittels Urintest überprüft. Einen Wecker kannst du mitbringen, brauchst ihn aber nicht, denn um 6 Uhr erfolgt der allgemeine Weckruf zur Tagwache. Deine Freizeit beginnt nach der Befehlsausgabe um 16:15 Uhr, die Nachtruhe beginnt um 22 Uhr. Endgültig in der Kaserne müssen alle um 24 Uhr sein (Zapfenstreich), außer es gibt eine Genehmigung zum Fortbleiben.


 

Bildquellen

  • Bundesheer Grundwehrdienst: Pixabay (Bundesheer)